BLOGdie neuen Realitäten anzuerkennen
- Die Welt, wie wir sie seit 1945 kannten, ist vorbei. Wir leben nicht mehr in einer unipolaren Welt, in der die USA die Hegemonialmacht sind. Wir sind mit dem Entstehen einer multipolaren Welt konfrontiert. Die Folgen sind gesteigerte Komplexität und geringere Vorhersehbarkeit.
- Der Kalte Krieg kommt nicht zurück. China tritt nicht an die Stelle der ehemaligen Sowjetunion. Vielmehr entsteht eine Welt multipolarer Rivalitäten. In dieser versucht jede Macht, ihr Umfeld zu kontrollieren, in Vorbereitung auf eine große Konfrontation der Mächte. Damit ist die Politik der Expansion zurück.
- Wahrscheinlich wird diese Welt von verschiedenen Ordnungen geprägt sein, wobei es Begriffspolitik geben wird: Zum Beispiel betreibt China bewusst Begriffspolitik, indem es sich in einer Erklärung mit Russland „Demokratie“ nennt und sich bereits 2018 als „a near-Arctic State“ betitelte.
- Das Verhalten von Trump wird von anderen Staaten als Rechtfertigung genommen und als Ermächtigung verstanden. Nicht nur Putin rechtfertigt seinen Ukraine-Krieg, sondern auch Indien und Indonesien rechtfertigen ihr unilaterales Verhalten, wenn es um ihre strategischen Interessen geht.
Die Konsequenzen
Europa als Kontinent sollte verteidigungsfähig sein. Die größte Schwäche von Europa ist, keine gemeinsame Verteidigung zu haben. Handel allein ist keine Waffe. Das Prinzip „Wandel durch Handel“ hat zu einem großen Teil ausgedient.
Die EU und die NATO beziehen sich aufeinander. Wenn die NATO sich verändert, bricht oder mutwillig zerstört wird, muss Europa sich neu definieren und emanzipieren. Dazu gehört es, neue Partner und Verbündete zu finden.
Nur dann bleibt Europa der Kontinent der echten Demokratie, der Freiheit und der Vielfalt. Es bleibt Europa nichts anderes übrig, als sich durch Veränderung zu bewahren.

