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Das Thema Handel stand auch bei Convoco in den vergangenen Monaten im Fokus, besonders bei Moritz Schularick und Gabriel Felbermayr.


Wir erleben eine Bilateralisierung der Welthandelsordnung. Also, dass die großen Blöcke untereinander Arrangements finden […] Dieses Geflecht von bilateralen Abkommen, das wächst und komplex ist, kommt mit Schwierigkeiten daher. Wir hätten lieber ein einheitliches Handelssystem, mit einheitlichen Regeln über alle Länder hinweg, als dieses Geflecht an bilateralen Abkommen.


Die Globalisierung 2.0, auf die wir uns jetzt zu bewegen, ist eine, in der wir diese aus der wirtschaftlichen Integration, aus Handel und Investitionen resultierenden Abhängigkeiten als Verwundbarkeiten, als Verletzlichkeiten wahrnehmen und versuchen, diese zu reduzieren. Wir glauben nicht mehr daran, dass wir automatisch mit mehr Globalisierung auch politisch in der besten aller Welten leben.


Wir haben natürlich einen Backlash gegen die Globalisierung, der nicht erst seit Trump da ist, sondern der viel älter ist […] Im Kern sind in der Welthandelsordnung, wie wir sie vorfinden, Ungerechtigkeiten angelegt […] Die USA, Japan, die reichen Industrieländer haben zu lange darauf vertraut, dass sie das für sie passende System gegen die sich verändernden Machtverhältnisse in der Welt und gegen die Demografie weiter dominieren können. Jetzt sehen wir, das funktioniert nicht. Es ist kurz vor zwölf. Jetzt müsste man den Ausweg noch schnell finden können.


Ein offenes Handelssystem verschiebt dynamisch ökonomische und politische Machtzentren und erzeugt dadurch Konfliktpotenzial. Der WTO-Beitritt Chinas hat bestehende Gleichgewichte aufgebrochen. Doch der vielleicht größte Irrtum bestand jedoch darin, anzunehmen, dass das Versprechen des Freihandels universell gilt. Montesquieu und Kant hatten keinen Zweifel daran gelassen: Es richtet sich primär an republikanische, demokratisch verfasste Gesellschaften – nicht an strategisch agierende Autokratien.

Moritz Schularick, C! Edition “Welchen Wert hat Balance” (erscheint in Kürze)


In den vergangenen Jahren ist etwas in Bewegung geraten. Möglicherweise ist ein bestimmter Abschnitt der Globalisierung an sein Ende gekommen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Globalisierung falsch war, sondern wie wir es beim nächsten Mal besser machen können.

Moritz Schularick, C! Edition “Welchen Wert hat Balance” (erscheint in Kürze)


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